Liebe Freunde, liebe Unterstützer, sehr geehrte Interessierte, 

von unserer Informationsveranstaltung am 9.3. im Sport-und Jugendheim ist folgendes zu berichten:

Zu unserer Freude war der gesamte große Saal mit über 110 Zuhörern sehr gut besucht, so daß einige Gäste sich Sitzplätze auf den seitlichen Tischen suchen mußten. Zu unseren Gästen zählten der Bürgermeister Herr Suhk, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Frau Michalski, der Fraktionsvorsitzende der SPD Herr Edler und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der UWG Herr Leddin. Für die Bergedorfer Zeitung und den Reinbeker war Frau Ruttke erschienen. 

Unsere Referenten waren Herr Walter Plötz, zertifizierter Waldpädagoge, Herr Dr. Lutz Fähser, Leitender Oberforstdirektor i. R. und Herr Rechtsanwalt Dr. Johann Wagner, Mitglied der Initiative Viertbusch. 

Herr Plötz schilderte an Hand von verschiedenen Beispielen, wieviel des klimaschädlichen CO 2 ein Baum bindet und wieviel Sauerstoff er pro Tag produziert. Danach reicht allein der jeden Tag in dem jetzt zur Debatte stehenden Viertbuschwald produzierte Sauerstoff aus, um den täglichen Sauerstoffbedarf ganz Aumühles zu decken. 

Der von der CDU aufgestellten Behauptung, der Viertbusch sei nicht hochwertiger Wald, da er infolge der Bismarckschen Aufforstungen für schnellen Ertrag als Hochwaldbäume meist Fichten und Kiefern aufweise, widersprach Herr Dr. Fähser mit Nachdruck. Er legte im Übrigen dar, daß sich unter den hohen und teilweise lichten Nadelbäumen bereits starke Buchen, Eichen, Birken und Eiben angesiedelt hätten. Der Viertbusch sei dabei, sich von sich aus zu einem artenreichen Mischwald zu entwickeln. 
Anders als von der CDU behauptet, sei auch nicht zu erwarten, dass der Wald in wenigen Jahren aus fortwirtschaftlichen Gründen ohnehin gefällt werde. Denn zum einen seien die Bäume zu einem großen Teil noch lange nicht „fällig“. Und zum anderen würden selbst dann nur einzelne Bäume gefällt; ein allgemeiner Kahlschlag sei schon rechtlich gar nicht zulässig.
Herr Dr. Fähser wies dann noch auf die Klimawirksamkeit der Waldumgebung von Aumühle hin, ebenso auf die Filterfunktion des hochgelegenen Viertbuschwaldes für die Wasserversorgung von Aumühle hin.
Abschließend stellte Herr Dr. Fähser, der in Friedrichsruh geboren und in Aumühle aufgewachsen ist, die Frage, ob die Aumühler ihren Ort mit seinem gerade durch den Wald geprägten spezifischen Charme einer ˋWaldgemeinde‘ erhalten oder zu einer beliebigen Hamburger Umlandgemeinde machen wollten. 

Mit den Argumenten der CDU-Fraktion in der Gemeinderatssitzung vom 30.1. und im Flugblatt sowie der Zeitungsanzeige setzte sich Herr Dr. Wagner im einzelnen auseinander. 

Er stellte überzeugend dar, dass die von der CDU-Fraktion vorgetragenen Argumente für die Umwandlung des Viertbuschs in ein Neubaugebiet einer kritischen Überprüfung nicht standhalten: Wie Herr Dr. Wagner anhand von amtlichen Statistiken nachweisen konnte, gibt es in Aumühle – anders als die CDU behauptet – nämlich weder einen Bevölkerungsrückgang noch eine Überalterung. Vielmehr hat Aumühle bei der Anzahl der Einwohner, der Anzahl der Kinder und Jugendlichen und bei der Anzahl der Neugeborenen im Jahr 2018 den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. Und auch die von der CDU in den Raum gestellte These, es gebe zu wenig Wohnraum für zuzugswillige Familien, konnte Herr Dr. Wagner mit Hilfe der öffentlich zugänglichen Zahlen des Statistikamtes Nord widerlegen – die jährlichen Zuzugszahlen liegen in Aumühle seit vielen Jahren um ein Vielfaches über dem Landesdurchschnitt, was belegt, dass der Generationenwechsel in vollem Gange ist. Seit dem Jahr 2016 sind beispielsweise jedes Jahr mehr als 300 Menschen neu hinzugezogen. 
Außerdem arbeitete Herr Dr. Wagner heraus, mit welchen finanziellen Risiken die Ausweisung eines Neubaugebiets für den Gemeindehaushalt und die bereits hier wohnenden Bürger (aufgrund drohender Anliegerbeiträge für die notwendige Anpassung der bestehenden Infrastruktur) verbunden ist.
Zuletzt stellte er klar, dass die von der CDU-Fraktion geplante „Planungsanzeige“ – anders als von der CDU behauptet – keine unverbindliche Anfrage ist, sondern eine rechtlich relevante Absichtserklärung, durch die unter Umständen bereits Fakten geschaffen werden können. Daher ist die Ablehnung der Planungsanzeige wichtig, wenn man die Umwandlung des Viertbuschs in ein Neubaugebiet sicher verhindern will. Das aus den Reihen der CDU vielfach gehörte Argument, man könne ruhig für die Planungsanzeige stimmen, selbst wenn man eher gegen die Umwandlung des Viertbuschs sei, war damit ebenfalls widerlegt.

In der anschließenden Diskussion pflichtete Herr Leddin den Ausführungen von Herrn Dr. Wagner bei und berichtete aus seiner langjährigen Erfahrung als Vorsitzender und Mitglied des Finanzauschusses der Gemeinde, daß das geplante Neubaugebiet nur negative Auswirkungen auf die ohnedies äußerst angespannte Finanzlage der Gemeinde haben werde. Dies hatte er gemeinsam mit Herrn Volker Johannsen, dem langjährigen Mitglied im Bauauschuß nochmals verifiziert. 

Danach meldete sich Herr Altbürgermeister Dieter Giese zu Wort. Er bedauerte, daß die Initiative für die Viertbuschbebauung nicht mit den erfahrenen Kommunalpolitikern der CDU wie Herrn Czerwinski, Herrn Braun und ihm abgesprochen worden sei. Alle Argumentationen, die jetzt vorlägen, seien eindringlich bereits 2007 und 2008 ausgetauscht und bewertet worden. 

Herr Giese wies darauf hin, daß für ein kleines Areal zwischen Sportplatz und Friedhof seit Jahren ein Flächennutzungsplan existiere. Damit stünden sowohl für das geplante Pfadfinderheim als auch im Notfall für eine neue Kindertagesstätte ausreichend Bauland zur Verfügung. Der entsprechende Flächennutzungsplan sei noch unter seiner Ägide nach sorgfältiger Abwägung aller Interessen und im Einvernehmen mit den anderen Fraktionen beschlossen worden. Die nun im Alleingang von der CDU-Fraktion angestoßenen Pläne zu einer darüber hinausgehenden Umwandlung des gesamten Viertbusch-Waldes in ein Neubaugebiet seien unrealistisch und würden sich nicht rechnen. 
Herr Giese erhielt langanhaltenden Applaus der Zuhörerschaft. 

Abschließend meldeten sich Herr Czarnitzki und Frau Michalski von Bündnis 90/Die Grünen zu Wort: Sie erklärten, dass sie sich gewünscht hätten, dass die Initiative früher den Dialog mit ihnen gesucht hätte. Dadurch hätten Missverständnisse frühzeitig verhindert werden können. Glücklicherweise seien diese Mißverständnisse aber inzwischen ausgeräumt, und die Fraktion unterstütze die Initiative nun in ihrem Ziel, den Wald am Viertbusch zu erhalten. Frau Michalski dankte der Initiative ausdrücklich für das Engagement und ihren Beitrag zur Aufklärung der entscheidungsrelevanten Fakten. 

Zum Schluss wies Frau Michalski darauf hin, daß jetzt niemand mehr befürchten müsse, daß es eine neue Bauleitplanung für den Viertbusch geben werde. 

Der Versammlungsleiter, der diesen Bericht verfaßt hat bedankte sich daraufhin bei den Teilnehmern für ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse sowie die substantiellen Diskussionsbeiträge. 

Bei Frau Michalski bedankte er sich besonders, da ihre Ausführungen ein Schlußwort erübrigt hätten. 

Aumühle 11.3.2020 

Peter Hanus